KDFG 09200745 Pfarrgasse 37

WEIL DIE RÖMER SACHSEN NICHT EROBERTEN…

Dieses leerstehende Profangebäude ist eines der ältesten, unter Denkmalschutz stehende Gebäude der Stadt. Um 1200 n. Chr. wurde es als zweigeschossiges Gebäude errichtet und diente hauptsächlich der Lagerung für Gewerbe in den Nachbargebäuden. Um 1850 wurde das Gebäude mit der Aufstockung von zwei weiteren Geschossen vertikal erweitert. Plötzlich überragte die Struktur seine es umgebenden Gebäude in der Umgebung und sein Charakter entwickelte sich zu einer eher turmähnlichen Qualität.
Im Jahre 2014 präsentierte Lippmann eine zweite Erweiterung um fast dreieinhalb Geschosse sowie die Sanierung des derzeitig kompromittierten Turmes. Der Stil des Daches und die Dimension des Grundrisses werden unverändert in der Höhe fortgeführt. Maßgebend für den architektonischen Ausdruck des Turmes sind die an jeder Seite die Fassade überspannenden, spitzbogigen Fenster. Das Gebäude wird dadurch ikonisch für die Stadt Freiberg.
Eine interessante bauliche Vorschrift aus dem Mittelalter schreibt vor, dass 'kein Gebäude innerhalb der Stadtmauer höher gebaut werden darf als die Türme der Mauer selbst', die früher der Stadt zur Verteidigung dienten. Bis zum heutigen Tag hält die Untere Denkmalschutzbehörde an dieser veralteten Regelung fest und verhindert das Projekt.
…Weil die Römer Sachsen nicht eroberten - die nördlichste Grenze des Römischen Kaiserreiches verläuft am Limes in Bayern, wurde die Typologie des Turmes nicht in sächsischen Städten eingeführt. Daher ist es ein nicht akzeptierter Gebäudetyp für Freiberg, anders als die Geschlechtertürme im italienischen San Gimignano.

TURM Bestand 0
TURM Entwurf

Pfarrgasse

Bauherrschaft: privat

Ort: Freiberg, Sachsen

Jahr des Vorschlags: 2014

Bestandsgebäude: 1200, Mittelalter und um 1850

Leistungsphase: 2